Die Marktmeinung aus Stuttgart: Zartes Inflationspflänzchen

Michael Beck

Stuttgart, 04. Januar 2017

Überraschen konnten die Dezember-Inflationszahlen eigentlich niemanden. Denn die OPEC-Einigung mit einigen anderen erdölproduzierenden Ländern, die Produktionsmengen leicht zu kürzen, führte zu einem starken Anstieg der Rohölpreise. Zumindest im Vergleich zu den sehr niedrigen Preisen, die vor einem Jahr die Märkte beunruhigten, weil sie mit einem Kollaps der Weltwirtschaft gleichgesetzt wurden. Davon ist nun nichts mehr zu sehen, die Wirtschaftsdaten sind rund um den Globus auf normalen Niveaus und die Rohstoff- und Ölpreise spiegeln die Normalität wider. Im Verbund mit steigenden Mietpreisen und höheren Lohnabschlüssen führte der Basiseffekt der Energiepreise in Deutschland zu einer im Vergleich der letzten Monate relativ hohen Inflationsrate in Höhe von 1,70 Prozent im Dezember (Monatsvergleich). Im Gesamtjahr 2016 beläuft sich die Inflationsrate jedoch nur auf moderate 0,50 Prozent. Die Nivellierung der Basiseffekte im Laufe des Jahres 2017 im Vergleich zum Vorjahr dürfte den Inflationsanstieg wieder etwas bremsen, sodass kein überaus großer Inflationsdruck zu erwarten ist. Die EZB wird an ihrer Verlängerung des Anleihenkaufprogrammes festhalten, die vielfach proklamierte Zinswende dürfte ebenfalls nur ein „Zinswendchen“ werden.

Positiv ist all dies für die Entwicklung der Aktienmärkte. Robuste Konjunkturdaten in Verbindung mit einem stabilen Niedrigzinsniveau lässt viele Investoren zu Aktien greifen. Insbesondere, wenn sie das positive Momentum dieser Assetklasse nutzen wollen. Aber auch 2017 wird die alte Börsenregel gelten, dass die Börsen keine Einbahnstraßen sind. Es wird Korrekturen geben, die jedoch gute Einstiegsmöglichkeiten darstellen werden. Die Lehre aus 2016 kann darüber hinaus nur lauten: Internationale Diversifikation in Verbindung mit einem ruhigen und stabilen Strategieansatz sind die einzige Möglichkeit, stetige Renditen zu erwirtschaften.  

Hinweise:
Die vorliegenden Informationen sind keine Finanzanalyse im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes und genügen nicht allen gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von Finanzanalysen und unterliegen nicht einem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen...

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