Die Marktmeinung aus Stuttgart: Rekordstände

Michael Beck

Stuttgart, 22. Februar 2017

Die US-amerikanischen Aktienmärkte markieren nahezu täglich neue Allzeithochs, und dies trotz (oder wegen?) all der Irritationen um den neuen US-Präsidenten Trump. In Deutschland folgten die Indizes der zweiten Reihe (MDAX, SDAX und TecDax) den Vorgaben und realisierten ebenfalls neue Höchststände. Einzig der Dax ist davon noch etwas entfernt, aber das liegt vor allem an den hohen Gewichtungen von Branchen, die derzeit eher skeptisch gesehen werden, wie z. B. die Automobil-Unternehmen oder die mit massiven Problemen kämpfenden deutschen Großbanken. Nichtsdestoweniger stoppte der Dax gestern nur kurz vor der 12.000er-Marke, da vielversprechende Wirtschaftsdaten aus Europa und ein schwacher Euro die Kursphantasien beflügelten. Ein weiterhin schwacher Euro dürfte es ermöglichen, dass sich der Dax über dieser Marke festsetzen könnte.

Auch die deutsche Fondsbranche vermeldet neue Rekorde – inzwischen verwaltet sie rund 2,8 Billionen Euro in ihren Fonds. Hauptkunden sind institutionelle Investoren, wie Versicherungen, Pensionskassen und Versorgungswerke. Weniger als die Hälfte werden laut Zahlen des BVI von Privatkunden gehalten.

Leider ist in Deutschland die Aktienkultur nach wie vor nicht sehr ausgeprägt. Im Vergleich mit den USA, wo circa 50 Prozent der Menschen in Aktien für ihre Altersvorsorge investieren, beschäftigen sich hierzulande nur knapp über 10 Prozent mit diesem Thema. Das könnte sich nun wieder etwas ändern, wenn regelmäßig Höchststände von Aktienmärkten in den Nachrichten vermeldet werden. Dann springen wieder viele prozyklisch agierende Privatanleger auf den Zug auf, um wahrscheinlich kurz vor der nächsten größeren Korrektur einzusteigen und sich zum wiederholten Male die Finger zu verbrennen. Nötig wäre eine langfristig, antizyklisch und diversifiziert ausgerichtete Anlagestrategie, die auch bei Privatinvestoren eine generelle Aktienquote vorsieht. Flankierend wäre hier ein seitens des Staates steuerlich gefördertes Altersvorsorgesystem hilfreich. Schwankungen wird es bei Aktienmärkten immer geben, aber auch bei Anleihen wird es zu diesen Wertschwankungen kommen. Die Alternative in Cash-Beständen zu suchen, verbietet sich bei steigenden Inflationsraten automatisch.  

Hinweise:
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