Die Marktmeinung aus Stuttgart: Politische Unsicherheiten

Michael Beck

Stuttgart, 08. Februar 2017

Dass das neue Jahr 2017 von politischen Unwägbarkeiten geprägt sein wird, konnte erwartet werden. Dass nun aber an quasi allen Fronten Unsicherheit herrscht, ist dann doch etwas überraschend. Neben der alles beherrschenden US-Präsidentschaftsproblematik tun sich nun vermehrt europäische Problembereiche auf. Der Präsidentschaftswahlkampf in Frankreich war eigentlich insoweit auf beruhigenden Bahnen, als der rechtspopulistischen Kandidatin Marine Le Pen allenfalls im ersten Wahlgang Chancen eingeräumt wurden. Nun versinkt aber der konservative Kandidat Fillon immer tiefer in seinem Begünstigungsskandal und dürfte um einen Rücktritt kaum mehr herumkommen, und ob der zweite sehr europafreundliche Kandidat Macron das Format hat, Le Pen in der Stichwahl zu schlagen, ist alles andere als sicher. Ein Sieg Le Pens hätte umgehend ein Referendum zum Ausstieg Frankreichs aus dem Euro und der EU zur Folge. Dies allein könnte die Grundfesten Europas erschüttern. Leider kommt nun wieder einmal die Unfähigkeit Griechenlands hinzu, seine Schuldenlast in den Griff zu bekommen. Eine weitere (teure) Rettung scheint unvermeidlich. Ob der IWF sich daran beteiligen wird, ist noch nicht klar, was die Unsicherheiten an den Märkten verstärkt. Die Staatsanleihen Frankreichs und Griechenlands waren denn auch in den Verkaufslisten ganz oben zu finden, begleitet von den anderen europäischen Peripherieländern Italien, Spanien und Portugal.

Kurzfristig freut dies Aktieninvestoren, da der dadurch schwächere Eurokurs die Aktienmärkte stützte. Mittel- bis langfristig ergibt sich dadurch aber durchaus Sorgenpotential. Eine aktuell vorsichtige Positionierung mit etwas höheren Cash-Quoten ist in diesen Tagen angezeigt.

Hinweise:
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