Die Marktmeinung aus Stuttgart: Handelskrieg vor der Tür

Michael Beck

Stuttgart, 01. Februar 2017

Eigentlich sollte diese Woche nicht schon wieder der 45. US-Präsident Gegenstand der Marktmeinung sein. Aber leider bestimmen sein Verhalten und seine Entscheidungen zunehmend die internationale Marktentwicklung. Das jüngste Einreiseverbot für Muslime aus sieben Staaten scheint aber das Fass zum Überlaufen zu bringen, denn der Widerstand in den USA und weltweit wächst. Waren die führenden Köpfe der US-Wirtschaft bisher nur durch artiges Sitzen und Kopfnicken am Präsidenten-Round-Table aufgefallen, scheint nun eine Grenze überschritten. Gibt es internationalere Unternehmen als jene Internet- und Software-Giganten im Silicon Valley? Dass nun einigen ihrer wichtigen Mitarbeitern mit einem Federstrich die Reisefreiheit gestrichen werden soll, führt endlich dazu, dass den unverständlichen und wirtschaftsschädlichen Dekreten des US-Präsidenten Donald Trump endlich Widerworte entgegengesetzt werden. Auch den letzten Berufsoptimisten fällt nun auf, dass hier eine Gefahr für die internationale Zusammenarbeit und Weltwirtschaft nicht nur am Horizont aufzieht, sondern direkt vor der Tür steht. Beängstigend ist vor allem auch, dass die Reaktion auf die berechtigte Kritik auf diese unüberlegten Entscheidungen in Beschimpfungen des US-Präsidenten in Richtung der Presse und einzelner Unternehmen besteht. Die Finanzmärkte beginnen auf die wachsende Unsicherheit zu reagieren und bröckeln.

Insbesondere das augenscheinliche Vorhaben Donald Trumps die USA in einen Abwertungswettlauf mit den Überschuss- und Abwertungsländern China, Deutschland und Japan zu führen, sowie die Androhung von Importzöllen sorgen für angestrengtes Stirnrunzeln jenseits des Atlantik und Pazifiks. Manche Markteilnehmer befürchten bereits das Einschwenken der USA in einen Handelskrieg mit entsprechend negativen Auswirkungen für die Weltwirtschaft. Noch steht zu hoffen, dass die Trump-Administration endlich vermehrt Gegenwind erfährt und von ihrem wirtschaftsschädlichen Vorgehen abrückt. Eine erhöhte Cash-Position ist anzuraten, um etwaigen Kursverwerfungen begegnen und Kauf-Gelegenheiten nutzen zu können.

Hinweise:
Die vorliegenden Informationen sind keine Finanzanalyse im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes und genügen nicht allen gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von Finanzanalysen und unterliegen nicht einem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen...

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