Die Marktmeinung aus Stuttgart: Zeit zum Einkaufen

Michael Beck

Stuttgart, 24. Oktober 2018

Es ist mal wieder so weit – die Stimmung an den Aktienmärkten ist so depressiv, dass sämtliche guten Nachrichten verpuffen. So hellte sich das Verbrauchervertrauen in Europa auf, die Unternehmen nahmen leichter und mehr Kredite auf, was auf eine wirtschaftliche Belebung hindeutet, und die öffentliche Verschuldung in der Eurozone sank leicht und befindet sich auf dem niedrigsten Stand seit 2002. Doch dies alles wird von dem sich verschärfenden Haushalts- und Verschuldungsstreit Italiens mit der EU, der Angst vor einem nachlassenden Wachstum in China und etlichen Gewinnwarnungen von Unternehmen überschattet, die vor kurzem noch zu den Börsenlieblingen zählten. Die Nervosität an den Märkten ist inzwischen so groß, dass jene Aktien kritiklos auf den Markt geworfen werden, sodass zweistellige Abschläge normal werden. Spekulativ orientierte Shortseller tragen ihr Übriges dazu bei und verstärken diese Trends. Übertreibungen sind die Folge. Nachdem der DAX nun knapp 17 % von seinem Januar-Alltime-High verloren hat, sollten die meisten Belastungen jedoch eingepreist sein. Für antizyklisch und langfristig ausgerichtete Investoren wird es nun Zeit, sich an den Aktienmärkten umzuschauen und auf Einkaufstour zu gehen. Sicher wird die Volatilität an den Aktienmärkten bis auf Weiteres etwas höher bleiben. Dazu trägt auch das internationale Umfeld bei.  

 

Es ist zum Beispiel eine Ironie der Geschichte, dass genau jener Mann, der im letzten US-Wahlkampf seine Kontrahentin Hillary Clinton als Kriegstreiberin verunglimpfte, sich nun selbst als die größte Gefahr des Weltfriedens entpuppt. Donald Trump schüttet nicht nur ständig Öl ins Nahost-Feuer und streitet mit den Chinesen um Einfluss im südchinesischen Meer, er fordert jetzt auch noch Russland offen heraus und kündigt an, den vor 30 Jahren geschlossenen Atomwaffen-Abrüstungsvertrag zu kündigen. Damit möchte der US-Präsident nicht nur sämtliche bestehenden wirtschafts- und klimapolitischen Übereinkünfte aufkündigen, nun legt er auch die Axt an das empfindliche atomare Wurzelgefüge in der Welt. Die jüngsten crashartigen Entwicklungen an den Finanzmärkten sind Ausdruck dieser internationalen Verunsicherung, denn die Zusammenarbeit der Staaten wird empfindlich gestört. 

Viele Aktieninvestoren haben die mehrjährige Aktienhausse zu großen Teilen verpasst. Ihnen bietet sich nun eine Möglichkeit, mit dem Aufbau von diversifizierten Aktienportfolios zu beginnen. Sicherlich kann es zu weiteren Verwerfungen an den Aktienmärkten kommen. Die Bewertungen haben inzwischen zumindest in Europa und vielen Schwellenländern jedoch attraktive Niveaus erreicht. Und in der langfristigen Betrachtungsweise kann nur mit einer antizyklischen Vorgehensweise eine auskömmliche Rendite erwirtschaftet werden.

Hinweise:
Die vorliegenden Informationen sind keine Finanzanalyse im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes und genügen nicht allen gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von Finanzanalysen und unterliegen nicht einem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen...

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