Die Marktmeinung aus Stuttgart: Konjunkturoptimismus steigt

Michael Beck

Stuttgart, 13.11.2019

Das ganze Jahr 2019 über waren Fondsmanager gegenüber den Aktienmärkten eher skeptisch gestimmt und erhöhten ihre Cashquoten. Viele institutionelle Investoren haben ihre Aktieninvestitionsquoten Ende 2018 angesichts der empfindlichen Kursverluste reduziert oder sind gar ganz ausgestiegen. Nun haben sich die Aktienmärkte in 2019 prächtig erholt und aufgrund kleiner Entspannungstendenzen in den Themen Brexit und Handelsstreit USA-China Kurs auf neue Jahreshöchststände genommen. Wie jedes Jahr rückt nun Mitte November das Jahresende näher. Erstaunlich, aber so ist es. Und viele Fondsmanager und institutionelle Investoren, die die bisherige positive Aktienmarktentwicklung teilweise oder gar ganz verschlafen haben, sind nun gezwungen, ihre Aktienquoten zumindest optisch zu erhöhen, und kaufen daher auch auf dem erhöhten aktuellen Marktniveau Aktien. Einher geht damit eine in einer Fondsmanagerumfrage ermittelte stark verbesserte Einschätzung der Weltkonjunkturlage durch diese Käuferschicht. Nun stellt sich die Frage, ob dies Zweckoptimismus darstellt, um die (späten) Aktienkäufe zu rechtfertigen, oder ob sich tatsächlich eine Verbesserung der zugrunde liegenden wirtschaftlichen Fundamentaldaten ergeben hat. Zumindest der ifo-Geschäftsklimaindex (ca. 9.000 Unternehmen) in Deutschland hat wohl seine Talsohle markiert und sich zuletzt leicht verbessert gezeigt. Auch der ZEW-Index, der unter Finanzmarktakteuren erhoben wird, zeigte eine starke Verbesserung der Konjunkturerwartungen an.

Begründet wird dies mit oben genannten positiven Signalen für ein Zwischenabkommen im US-chinesischen Handelskonflikt und den verbesserten Chancen auf einen geordneten Brexit. Da die Lage aber unverändert als überaus bescheiden charakterisiert wird, ist klar, dass diese zwei Faktoren auch erfüllt werden müssen. Ansonsten dürften die Markterwartungen herb enttäuscht werden und Marktkorrekturen wären die Folge. Ein erster Indikator wird heute das Statement der US-Regierung sein, ob Strafzölle auf europäische Automobile erhoben werden oder (noch) nicht. Dem Vernehmen nach haben die europäischen Automobilhersteller der US-Administration die Bedeutung ihrer Wertschöpfung resultierend aus großen Werken in den USA mit damit verbunden positiven Wirkungen auf Arbeitsplätze etc. deutlich gemacht. So steht zu hoffen, dass sich ausnahmsweise einmal die Vernunft durchsetzt und die aktuellen Kursniveaus bis zum Jahresende Bestand haben könnten.                          

 

Hinweise:
Die vorliegenden Informationen sind keine Finanzanalyse im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes und genügen nicht allen gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von Finanzanalysen und unterliegen nicht einem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen...

Zurück zur Ergebnisliste