Die Marktmeinung aus Stuttgart: Kann der Fed-Chef Jay Powell Christkind spielen?

Helmut Kurz

Stuttgart, 19. Dezember 2018

Hört und liest man die Kommentare zur Entwicklung an der Wall Street, wird der Wunsch nach einem Weihnachtsgeschenk von der amerikanischen Notenbank unüberhörbar. Anfang Oktober hatte der Fed-Chef in einer Rede die Stärke der US-Wirtschaft noch in den höchsten Tönen gelobt und daraus die Notwendigkeit einer weiteren Straffung der Geldpolitik abgeleitet.

Er trat damit eine Lawine los. Seit dieser Zeit bekommen nun auch die bisher so erfolgsverwöhnten US-Anleger Angst vor weiteren Zinserhöhungen, die sie davor lange Zeit überraschend gleichmütig weggesteckt hatten. Doch nun sendet die Konjunktur auch in den Vereinigten Staaten Schwächesignale und schließt sich damit dem weltweiten Trend an. Kein Wunder, dass sich Aktionäre nun auch in den USA mehr und mehr Sorgen um die Gewinnentwicklung machen. Deshalb ist die heutige Notenbank-Sitzung umso spannender. Kann Powell statt den Knecht Ruprecht, den er zuvor gab, nun plötzlich das Christkind spielen?

Am Geldmarkt wird nach dieser Erhöhung keine weitere Zinserhöhung mehr eingepreist. Vermutlich werden die Zinsen heute nochmals erhöht, danach aber eine sehr viel langsamere Gangart angekündigt.

Hoffentlich beschert er den Börsianern mit einer weniger konzilianteren Haltung keine böse Weihnachtsüberraschung.

 

 

Hinweise:
Die vorliegenden Informationen sind keine Finanzanalyse im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes und genügen nicht allen gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von Finanzanalysen und unterliegen nicht einem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen...

Zurück zur Ergebnisliste