Die Marktmeinung aus Stuttgart: Hopp oder top

Michael Beck

Stuttgart, 08. August 2018

Die Widersprüchlichkeit der Wirtschaftsdaten setzt sich fort. Die deutsche Industrie liefert in der Produktion zum Halbjahrsende ein Minus von 0,9 %, die Auftragseingänge der deutschen Wirtschaft sind im Juni sogar um 4 % gesunken. Immerhin zeigen die Exporte im ersten Halbjahr nur eine Stagnation, d. h., sie verharren auf hohem Niveau. Dagegen zeigen die Daten im Maschinenbau ein zweistelliges Plus im Juni und die Unternehmensgewinne überzeugen in der aktuell laufenden Berichtssaison. Auch das Anlegersentiment hellt sich angesichts von Hoffnungen auf eine Lösung im Handelsstreit der EU mit USA. Das Verhältnis USA zu China kann in dieser Frage inzwischen allerdings als zerrüttet bezeichnet werden. Die Finanzakteure zeigen sich ob dieser Tatsache sehr verunsichert, was die aktuell laufende Sommerrally zum Stoppen gebracht hat.

Für Nervosität an den Finanzmärkten sorgen auch die wiederbelebten Iran-Sanktionen der USA. Man sollte glauben, dass die Amerikaner aus der Vergangenheit gelernt haben, aber wiederum versucht eine US-Administration ein arabisches Land von außen zu destabilisieren, ohne einen Anschlussplan zu besitzen, wie nach einem eventuellen Regimewechsel weiter verfahren werden soll. Dieser Plan ist in keiner Weise erkennbar – wie auf so vielen Feldern der Trump’schen Politik. Sein Ziel scheint er allerdings zu erreichen, da sich viele international agierende Unternehmen vom Iran lösen, um das ungleich größere USA-Geschäft nicht zu gefährden. Der Rohölpreis jedenfalls steigt angesichts dieser Konfrontationen und sorgt somit für höhere Kosten bei vielen Unternehmen. Der sommerliche Gegenwind bleibt den Aktienmärkten also zunächst erhalten und dürfte mögliche Kursavancen begrenzen.   

 

 

Hinweise:
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