Die Marktmeinung aus Stuttgart: Hoffnung auf Bodenbildung

Michael Beck

Stuttgart, 14. Februar 2018

Ein wenig macht sich Ernüchterung breit. Waren die ersten Kommentare nach den deutlichen Kursverlusten an den Aktienmärkten Anfang Februar noch beschwichtigender Natur und wiesen (zu Recht) auf die unverändert positiven konjunkturellen Rahmenbedingungen hin, werden die Einschätzungen nun etwas skeptischer. Die schnelle Erholung von den erreichten Mehr-Monats-Tiefs der Indizes ist erst einmal in die nähere Zukunft verschoben. Aber sie ist in den Augen der Marktteilnehmer noch nicht abgesagt. Denn die internationalen Konjunkturdaten sind immer noch in bestechender Form, teilweise sogar zu gut in Form, da sie Inflations- und Zinsängste, die die Kursirritationen ausgelöst haben, befeuern.

Dabei dürften die Inflationsängste etwas übertreiben sein. Zwar sorgen die sehr engen Arbeitsmärkte für einen gewissen Lohndruck, der insbesondere in Deutschland an den jüngsten Tarifabschlüssen und -forderungen ablesbar ist. Aber auf der Energie- und Rohstoffseite ist schon wieder Entspannung in Sicht, denn der erneute Fracking-Boom in den USA sorgt für nachgebende Rohölpreise. In Verbindung mit dem starken Euro sorgt dies für einen nachlassenden Druck auf der Inflationsseite. Dennoch werden die Marktteilnehmer in den nächsten Wochen und Monaten alle neu veröffentlichten Verbraucherpreisdaten rund um den Globus mit Argusaugen betrachten und ihre Investmententscheidungen danach ausrichten. Die höheren Marktschwankungen werden uns wahrscheinlich erhalten bleiben, was aber eine willkommene Rückkehr zu eher normalen Verhältnissen bedeutet. Antizyklisch und langfristig orientierten Investoren bieten sich dadurch durchaus gute Kaufgelegenheiten. Wie immer weiß niemand, wie lange und ausgeprägt die Korrekturen noch ausfallen. Investoren mit einem genügend langen Anlagehorizont kann dies jedoch egal sein. Im Gegenteil, es wäre wünschenswert, wenn sich durch die erhöhte Volatilität an den Märkten der ein oder andere extrem kurzfristig und spekulativ orientierte Investor verabschieden würde.  

Hinweise:
Die vorliegenden Informationen sind keine Finanzanalyse im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes und genügen nicht allen gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von Finanzanalysen und unterliegen nicht einem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen...

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