Die Marktmeinung aus Stuttgart: Ernüchternder Start ins Börsenjahr

Michael Beck

Stuttgart, 03. Januar 2018

Nun ist es geschafft: Der glitzernde Übergang in das neue Jahr 2018 wurde erfolgreich und weitgehend ruhig absolviert. Dem Überschwang der Gefühle nach einem erfolgreichen Anlagejahr 2017 folgt nun allerdings eine leichte Katerstimmung. Die Krisen, die gegen Ende des Jahres erfolgreich unter die Champagner-Oberfläche gedrückt wurden, ploppen jetzt wie Kohlesäurebläschen unaufhaltsam an die Oberfläche. Unruhen im Iran werfen ein Schlaglicht auf die immer fragiler werdende Lage im Nahen Osten, die nicht zuletzt durch die umstrittene Jerusalem-Politik des amtierenden US-Präsidenten Trump weiter destabilisiert wurde. Auch der kindische Twitter-Streit des US-Präsidenten mit dem nordkoreanischen Diktator, wer den größeren und mächtigeren Atomknopf auf dem Schreibtisch hat, lässt die Sorgenfalten auf den Investorenstirnen tiefer werden. Die Hoffnung auf eine Entspannung des Nordkorea-Konfliktes schwindet, solange sich diese beiden Protagonisten gegenüber stehen.

Entgegen aller Erwartungen hat der Euro-Kurs zur Begrüßung des neuen Jahres 2018 die 1,20 USD-/Euro-Hürde locker genommen. Und dies, obwohl die Zinsdifferenz und Zins- bzw. Inflationserwartung eindeutig für einen stärkeren US-Dollar spricht. Dies belastete die europäischen Aktienmärkte und lässt sie eher holprig in das neue Jahr starten. Die Frage wird sein, ob das Jahr 2018 wirklich im Zeichen erhöhter Inflation und damit steigender Zinsen stehen wird. Denn dann würde dies Gegenwind für die Aktienmärkte bedeuten. Da aber in Europa aufgrund des nach wie vor wackeligen Umfeldes der südlichen Peripheriestaaten, nicht zuletzt vor dem Hintergrund der anstehenden Parlamentswahlen in Italien, Zinserhöhungen kaum zu erwarten sind, dürfte sich dieser Gegenwind von der Zinsfront zumindest in den ersten Monaten 2018 in Grenzen halten.    

 

Hinweise:
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