Die Marktmeinung aus Stuttgart: Erholung der Aktienmärkte stagniert

Michael Beck

Stuttgart, 27.02.2019

Was für ein Jahresanfang für risikoaffine Investoren. Viele Aktienmärkte weltweit konnten sich in den ersten acht Wochen des Jahres 2019 in zweistelligen Prozentraten von ihren Dezember-Tiefs erholen. Die US-Fed-Mitteilung von Anfang Januar, den Zinsanhebungszyklus nicht mehr so stringent verfolgen zu wollen, bewirkte darüber hinaus eine sehr viel freundlichere Stimmung gegenüber Schwellenländerinvestments. In der Folge kehrten sich die internationalen Kapitalströme wieder um, sowohl deren Kurse als auch viele Währungen erholten sich zum USD und, noch viel wichtiger für in 2018 gebeutelte deutsche und europäische Investoren, auch zum Euro.

Hauptsächlich wurde die Erholung der Aktienmärkte durch die Hoffnung und Erwartung auf einen Kompromiss im schwelenden Handelsstreit der USA mit China getragen. Nun scheint sich auch das zweite Problemthema der Dezember-Depression, der Brexit, ein wenig aufzulösen, da zumindest mit einer Verschiebung und seit Montagabend sogar mit der Möglichkeit eines zweiten Referendums gerechnet werden kann. In dieser verfahrenen Situation in Großbritannien scheint ein zweites Referendum durchaus geboten, da in diesem Fall die britische Bevölkerung auf der Basis von mehrheitlich wahren Tatsachen und den mit einem Brexit verbundenen nun bekannten Vorteilen, aber auch vor allem Nachteilen sachgerechter entscheiden kann, als sie es beruhend auf den Irreführungen einiger populistischer Politiker beim ersten Referendum getan hatte.

Unterstützend wirken auch einige Frühindikatoren, wie z. B. das französische Verbrauchervertrauen, welches überraschend stark anzog. Die Wirtschaftsentwicklung in Frankreich wird neben der Italiens derzeit mit Argusaugen beobachtet, gute Nachrichten wirken sehr beruhigend. Auch das Konsumklima in Deutschland verbleibt trotz Konjunktursorgen auf hohem Niveau. Freuen wir uns also über die ausgeprägte Jahresanfangsrally und hoffen, dass sie noch eine Weile anhält.

 

Hinweise:
Die vorliegenden Informationen sind keine Finanzanalyse im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes und genügen nicht allen gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von Finanzanalysen und unterliegen nicht einem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen...

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