Die Marktmeinung aus Stuttgart: Am Aschermittwoch ist nicht alles vorbei

Michael Beck

Stuttgart, 06.03.2019

Im Gegensatz zur fünften Jahreszeit, die heute endet und einigen Menschen das Gefühl vermittelt, alles wäre vorbei, trifft dies zum Glück für die Erholungsrally der Aktienmärkte noch nicht zu. Zwar legten die Märkte in den letzten Tagen eine Pause ein, aber auffällig ist schon, dass die Aktienmärkte im Allgemeinen und der DAX im Speziellen nur noch wenig auf schlechte Nachrichten reagieren. Ein Wachstum von "nur" 6% in China wäre vor wenigen Monaten mit crashartigen Szenarien beantwortet worden. Nun ist das sogar das neue Konjunkturziel der chinesischen Regierung. Man fragt sich allerdings in der Tat, warum von einer in den letzten Jahren so stark gewachsenen Volkswirtschaft immer noch Wachstumsraten erwartet werden, die doppelt so hoch sind wie in den arrivierten ähnlich großen Volkswirtschaften. Aber die Revision wird zunächst insbesondere konjunkturzyklische Aktien wie z.B. Automobilwerte, deren wichtigster Markt China ist, belasten. Natürlich müssen in China sehr viele Menschen in Lohn und Brot gebracht werden, aber dauerhafte Wachstumsraten deutlich über 5- 6 % dürften der Vergangenheit angehören.

Zum Trost für all jene, die nun traurig sind, dass am Aschermittwoch die tollen Tage vorüber sind, scheint sicher, dass der US-Präsident Trump für eine Fortsetzung dieser Karnevalstage sorgt. Denn der US-Wahlkampf hat begonnen und der US-Präsident ist sowohl auf innen- wie außenpolitischer Ebene für karnevaleske Aktionen prädestiniert. Aktuell weitet er seinen Handelskrieg auf die Türkei und Indien aus. Man darf gespannt sein, wie das Ergebnis der Verhandlungen mit Europa aussehen wird.

Gespannt darf man auch auf den politischen Aschermittwoch in Deutschland sein, den die Parteien zur weiteren Profilierung und Schärfung ihres politischen Spektrums nutzen werden. Besonders wichtig scheint zu sein, dass der Auftakt zum EU-Wahlkampf gelingt, damit im Gleichschritt mit dem französischen Präsidenten Macron eine Begrenzung des Einflusses rechtspopulistischer und EU-kritischer Parteien im EU-Parlament gelingt Reformen in der EU sind dringend geboten, damit der Zusammenhalt und das Wohlstandsniveau in der EU erhalten bleiben. Übrigens ist dies die Voraussetzung für eine weitere positive Entwicklung der Finanzmärkte.

 

Hinweise:
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