Die Marktmeinung aus Stuttgart: Alles, bloß keine Dollars

Helmut Kurz

Stuttgart, 17. Januar 2018

Das scheint die Devise der letzten Monate an den Kapital- und Devisenmärkten zu sein. Betrachtet man die Kursentwicklung der US-Währung, dann verlor diese gegen die meisten Währungen deutlich an Wert. Nicht nur in Devisen, sondern auch in andere Anlagen wurde investiert. Auch Aktien sowie Metalle und Öl waren gefragt. Sogar die sogenannten Kryptowährungen entwickelten sich geradezu explosiv – jedenfalls bis Weihnachten. Eigentlich ein Rätsel, warum der Greenback trotz vollzogener und angekündigter Zinserhöhungen in den USA zur Schwäche neigte. Auch die lange herbeigesehnte und nun beschlossene Steuersenkung konnte daran nichts ändern. Es hat den Anschein, als ob die Anleger kaum an weitere Zinserhöhungen in den USA glauben.

Dank guter Konjunktur und den Steuersenkungen kündigten einige Konzerne wie Walmart zum Teil zweistellige Gehaltserhöhungen an. Wegen der Dollarschwäche sind auch höhere Importpreise zu erwarten. Spätestens, wenn die Inflation das anvisierte Ziel von 2 % nachhaltig überschreitet, wird die Fed auch unter ihrem neuen Präsidenten zu weiteren Maßnahmen greifen. Dann dürfte sich der Dollar wieder erholen. Es wird den anderen Währungen aber nicht so schlimm ergehen wie den Bitcoins in den letzten Tagen. Seit Terminkontrakte auf diese Kryptowährung gehandelt werden, geht es stramm nach unten. Eine ganze Phalanx aus Regierungen, Finanzmarktaufsehern und Notenbanken wies auf die Risiken von Kryptowährungen hin. Bedenkt man, dass hinter den Kryptowährungen keine allgemein anerkannten Werte stehen, kann man in der Tat nur davor warnen, sich an diesem „Spiel“ zu beteiligen. Denn selbst wenn man die zur Erzeugung eines Bitcoins notwendige Rechnermiete kalkuliert und den gigantischen Stromverbrauch hinzurechnet, kommt man höchstens auf „Werte“, die bei 5000 US-Dollar liegen.

 

Hinweise:
Die vorliegenden Informationen sind keine Finanzanalyse im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes und genügen nicht allen gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von Finanzanalysen und unterliegen nicht einem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen...

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