Die Marktmeinung aus Stuttgart: Aktienmärkte in Hitze-Lethargie

Michael Beck

Stuttgart, 01. August 2018

Es setzt sich fort – die Widersprüchlichkeit der veröffentlichten Wirtschaftsdaten lässt die von der Hitze ermatteten Börsianer weiter im Unklaren. Einerseits melden die USA das stärkste Wirtschaftswachstum seit Jahren, wohl induziert durch die starken Steuersenkungsmaßnahmen (und damit auf Pump), andererseits enttäuscht das Wachstum in Europa, weil Spanien und Italien schwächeln. Aber auch Frankreich muss wohl seine Wachstumsprognosen absenken. Der Handelsstreit der USA mit dem Rest der Welt und die Aufkündigung des Iran-Atomdeals durch die USA mit damit verbundenen angekündigten Sanktionen auch gegenüber mit dem Iran Handel treibenden Nationen belasten sowohl Exporte als auch die Investitionstätigkeit. Gleichzeitig hält sich die Inflation auf relativ hohem Niveau und verteidigt die EZB-Zielmarke von 2,0 % eisern. Dazu tragen derzeit nicht nur die hohen Energiepreise und steigenden Mietpreise bei, sondern auch die aufgrund der andauernden Hitzewelle steigenden Lebensmittelpreise.

Steigende Zinsen sind deshalb jedoch nicht zu vermelden – die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe hat sich gerade einmal auf 0,44 % vorgearbeitet. Auch in den USA verharrt die Rendite des 10-jährigen Treasury mit 2,95 % unter der psychologisch wichtigen 3,0 %-Marke. Dort steigt die Angst vor einer inversen Zinsstrukturkurve, die eine Rezession andeuten könnte, da die US-Zentralbank Fed dieses Jahr wohl an ihren beiden angekündigten Leitzinserhöhungen festhalten wird.  Dies bedeutet keinen besonderen Druck auf die Aktienmärkte, aber auch keine besondere Unterstützung, die nun die aktuell laufende kleine Sommerrally weiter befeuern könnte. Eine unentschlossene Seitwärtsbewegung der internationalen Aktienmärkte scheint daher für die nächsten Wochen das wahrscheinlichste Szenario zu sein.    

 

 

Hinweise:
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