AKTUELLE PRESSE-NEWS


 
02.09.2015Die Marktmeinung aus Stuttgart: Übertriebene Rezessionsängste
Man sollte es nicht für möglich halten, aber die Reduktion der Prognose des Weltwirtschaftswachstums von 3,2 % auf „nur noch“ 2,8 % in diesem Jahr hat einige Börsen weltweit ca. 25 % ihrer Kapitalisierung gekostet. Dieser Zusammenhang ist wohl etwas einfach gestrickt, aber im Grunde läuft es wirklich darauf hinaus. Das meistverwendete Wort in der aktuellen Berichterstattung lautet „Rezession“. Da stellt sich die Frage, was denn dieses Wort bedeutet. In früheren Zeiten wurde „Rezession“ rein technisch festgestellt, wenn in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen „Negativ-Wachstum“ errechnet wurde. Heute scheint man schon von Rezession zu sprechen, wenn ein kleiner Rückgang von positiven Wachstumsraten zu verzeichnen ist. Hierbei ist China sicherlich ein Sonderfall. Denn für Unbehagen sorgt schon seit längerem, dass die Wirtschaftsdaten sehr intransparent und unglaubwürdig sind. Auf der anderen Seite kann auch niemand ernsthaft erwarten, dass die inzwischen zweitgrößte Volkswirtschaft dauerhaft weiter mit 6 bis 7 % wachsen kann. Die Zeiten der niedrigen Basiswerte, die rechnerisch höhere Wachstumsraten ermöglichten, sind vorbei. Daher sind die extremen Konjunktursorgen übertrieben, insbesondere da viele Volkswirtschaften von günstigen Wechselkursen und niedrigen Rohstoff- und Energiepreisen profitieren.

Natürlich gilt es trotzdem wachsam zu bleiben, denn die teils künstliche Konjunkturstimulierung durch die sehr expansive Geldpolitik der internationalen Zentralbanken muss auch durch nachhaltige Nachfrageentwicklungen ersetzt werden. Dafür zumindest steht das anhaltende Weltbevölkerungswachstum, das ungebremst fortschreitet. Ebenso die stetige Fortentwicklung junger, bevölkerungsreicher Schwellenländer, die wachsende Konsumbedürfnisse aufweisen. Abwertungskriege können aber international verbundenen Volkswirtschaften schaden. Ebenso geopolitische Krisen, wie die Ukraine- oder Süd-/Nordkorea- Krise, sowie die in keinster Weise abzusehende Lösung des IS-Problems und des Brandherdes Naher Osten. Aber es wäre schön, von Rezession zu sprechen oder vor ihr Angst zu haben, wenn sie wirklich vor der Tür steht. Zurzeit sieht es danach nicht aus.

Hinweise:
Die vorliegenden Informationen sind keine Finanzanalyse im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes und genügen nicht allen gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von Finanzanalysen und unterliegen nicht einem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen...

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26.08.2015Die Marktmeinung aus Stuttgart: Zittrige Hände
Nun war es also so weit – das Unbehagen über die überraschende Währungsabwertung des chinesischen Yuan in der letzten Woche steigerte sich zu einer Panik, die sich in kräftigen Kursverlusten an den internationalen Finanzmärkten entlud. Nachdem sich das griechische Schuldendrama entspannt und die jüngsten nord- und südkoreanischen Scharmützel erledigt hatten, sorgten ausufernde Konjunktursorgen für weltweite crashartige Zustände.

Lag es an der Urlaubszeit, in der die Handelsumsätze traditionell dünner sind, oder zeigen sich in den heftigen Schwankungen eher die Geister, welche die zunehmende Automatisierung bzw. Computerisierung der Investmentbranche rief? Bewegen sich sowieso schon Marktvolumina über den Erdball, die sich längst von den zugrundeliegenden Fundamentaldaten gelöst haben, werden immer mehr Investmentvehikel von quantitativen, ausschließlich auf Algorithmen basierenden Entscheidungsprozessen gesteuert. Exzessive Hochfrequenz-Trading-Programme mögen zwar im gemäßigten Börsenalltag mit eher niedrigen Volatilitäten für Liquidität an den Märkten sorgen. In heftigen Volatilitäts-Phasen verstärken diese Programme jedoch die Schwankungen eher. Trendfolge-Programme sind regelmäßig von heftigen Ausschlägen überfordert und produzieren Fehlsignale, wodurch die Ausschläge an den Märkten ebenfalls verstärkt werden. Eher unbemerkt lassen sich diese Phänomene vor allem an den Rentenmärkten beobachten, die seit längerem aufgrund der Niedrigzinsphase und Abstinenz relevanter Handelsadressen mangelnde Liquidität aufweisen.

Einziger Vorteil an dieser Tatsache ist, dass die heftigen Marktschwankungen zwar von Wirtschaftsdaten und -maßnahmen (z. B. China) ausgelöst wurden, die Übertreibungen in den Kursausschlägen aber mit der fundamentalen Konjunkturlage wenig zu tun haben. Weder ist eine Weltrezession aufgrund des nachlassenden Wachstums in China zu erwarten, noch bricht das Wachstum in den USA oder Europa ein. Dies birgt die Chance in sich, dass sich die Märkte wieder beruhigen und in den Normalmodus zurückfinden.

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20.08.2015Kapital & Märkte, Ausgabe August 2015
Die aktuelle Ausgabe von Kapital & Märkte analysiert die gegenwärtigen Veränderungen des deutschen Immobilienmarktes und die damit einhergehenden Herausforderungen für Bund, Länder, Städte und die Immobilienwirtschaft.

- Angebotsknappheit sorgt für angespannten Immobilienmarkt

- Niedrigzinsen und gestiegene Preise: Lohnt der Immobilienkauf noch?

- Nachholbedarf im Bausektor – Was gegen den Wohnraummangel hilft

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19.08.2015Die Marktmeinung aus Stuttgart: China-Tage
Woche für Woche scheint es sich zu gleichen – Dienstag ist China-Tag. Ob es größere Aktienmarktrückgänge sind, Devisenkurs-Manipulationen bzw. -Abwertungen oder nur schlechte Wirtschaftsdaten, die weltweit für schlechte Stimmung sorgen: Zurzeit werden die Märkte fast vollständig von China bestimmt. Ausgehend von der daraus resultierenden Konjunkturskepsis leiden insbesondere die Rohstoff-Notierungen. In der Folge müssen rohstoffproduzierende Schwellenländer, wie Brasilien, sinkende Einnahmen und nachlassendes Wachstum der Wirtschaft verkraften sowie größere Währungsschwankungen erdulden.

Billigere Rohstoffe und Ölpreise müssten eigentlich Treibstoff für deutsche und europäische Aktienwerte sein. Allein die aufkommende weltweite Konjunkturskepsis überlagert diese positiven Effekte und lässt die Aktienmärkte konsolidieren. Dabei erreichen die Indizes charttechnisch bedeutsames Terrain. Die 200-Tage-Linien laufen Gefahr, gerissen zu werden. Sollten diese Marken längere Zeit unterschritten werden, könnten weitere Kursverluste drohen.

Kurserholungen dürften dann erst wieder während der nächsten Berichtssaison winken, wenn die Unternehmensgewinne die positiven Effekte aus den niedrigen Rohstoff- und Ölpreisen widerspiegeln. Zunehmend belasten jedoch in Europa auch politische Entwicklungen die Stimmung. Zum Beispiel die anstehenden Wahlen in Spanien, wo ein Linksruck droht, und in Katalonien, wo die Wahl insgeheim als Abstimmung über weitere Abspaltungstendenzen angesehen wird. Der erhoffte ruhige Sommer erweist sich als doch nicht so ruhig.

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12.08.2015Die Marktmeinung aus Stuttgart: Konjunkturdämpfer
Während sich das europäische Stimmungsbarometer der Beratungsgesellschaft „Sentix“ trotz der Hellas-Krise relativ stabil hält, stecken die deutschen Börsenexperten, deren Einschätzungen dem ZEW-Index zugrunde liegen, zunehmend den Kopf in den Sand. Flankiert von schwächer als erwartet ausgefallenen Auftragseingangs- und Industrieproduktionsdaten, macht sich etwas Konjunkturpessimismus breit. Der stabile Konsum in Deutschland und Europa hält dabei das Damoklesschwert noch in der Schwebe. Starke Beachtung finden jedoch die negativen Nachrichten aus China, die jeweils den Kursverlauf exportorientierter Werte, zum Beispiel aus dem Automobilbereich, stark beeinflussen. Ein klares Bild ist dabei noch nicht zu erkennen, denn eine Abkühlung auf hohem Niveau ist an sich noch kein Drama. Die stürmischen Wachstumsraten gehören allerdings erst einmal der Vergangenheit an.

Derweil häufen sich die Äußerungen relevanter Entscheider der US-amerikanischen Notenbank, die auf eine baldige Erhöhung der Leitzinsen in den USA hindeuten. Diese Erhöhung ist jedoch so gut kommuniziert und vorbereitet, dass diese Tatsache in den Kursen eingepreist sein müsste. Sollte eine Einigung im Schuldenstreit mit Griechenland möglich sein, könnten die in der laufenden Berichtssaison ausgewiesenen Unternehmensgewinne, die im Schnitt höher lagen als erwartet, für eine kleine Sommerrally sorgen. Unter der Voraussetzung, dass in China keine größeren Börsen- und Konjunktur-Kalamitäten drohen. Die unerwartet deutliche Abwertung der chinesischen Währung Yuan um 1,6 Prozent zum US-Dollar sorgte zumindest für Unsicherheit und belastete einmal mehr die Rohstoff-Notierungen, da geringere Nachfrage aus China erwartet wird. Sogar die anstehende Zinserhöhung in den USA wird in diesem Umfeld teilweise in Frage gestellt. Kleinere Panik-Verkäufe als Reaktion auf solche Nachrichten sorgen zumindest für Inverstoren, die an der Seitenlinie stehen, für günstigere Einstiegskurse.

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05.08.2015Die Marktmeinung aus Stuttgart: Unbehagen
Seit Monaten beschäftigt die Märkte nun der mögliche Zeitpunkt einer ersten Leitzinserhöhung der US-amerikanischen Notenbank Fed. Immer wieder schwankten die Erwartungen zwischen September und Dezember hin und her. Zwischenzeitlich wurde sogar ein Zeitpunkt im nächsten Jahr erwogen. Zahlreiche Äußerungen einflussreicher Notenbanker in den USA und zuletzt relativ eindeutige Aussagen der Fed-Chefin Janet Yellen ließen die Investoren relativ sicher auf den Monat September setzen. Nun sorgte ein selten beachteter Wirtschaftsindikator – der Lohnstückkostenindex – für starke Zweifel an dieser These. Obwohl wahrscheinlich die meisten Investoren von diesem Indikator noch kaum gehört hatten, folgten sie zügig der Interpretation einiger weniger Analysten, demzufolge die Lohnstückkosten zu wenig gestiegen seien, die Wirtschaft somit lahme und damit die Zinserhöhung obsolet werde. Offensichtlich möchte man an der Zinserhöhung zweifeln, wenn Indikatoren aus der zweiten Reihe, die normalerweise nur andere, wichtigere, wie die am Freitag folgenden Arbeitsmarktdaten, ergänzen, als marktbeeinflussend wahrgenommen werden.

Unterdessen beschäftigen kräftige Kursstürze in China und seit dieser Woche in Griechenland die Börsen. Da die griechische Börse fünf Wochen geschlossen war, verwundern die crashartigen Zustände, insbesondere bei Bankaktien, kaum und lassen die Investoren kalt. Anders verhält es sich bei der Angst vor einem ausgewachsenen Crash in China. Die chinesische Regierung stützt das Geschehen mit Aktienkäufen und Regulierungen, kann aber das Unbehagen internationaler Investoren vor den möglichen negativen Auswirkungen der Aktienkrise auf die Realwirtschaft nicht mindern. Es wird Zeit, dass die Aktienmärkte endlich in die ruhige Sommerspur finden.

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